Tagesziele & Buchten im Schatten des Vulkans
lohnenswerte Ziele
Die größte Insel des Mittelmeeres bietet ihren Besuchern eine einzigartige Hügel- und Berglandschaft, verbunden mit weiten Ebenen und nicht zuletzt eine 1039 km lange Küste mit unzähligen Sand-, Kies- und Felsstränden.
Ein lohnendes und beliebtes Ziel sind die im Norden gelegenen Liparischen Inseln…
Bei einem Wochentörn wird man sich entscheiden müssen, ob man von Lipari Panarea und Stromboli nach Nordost besucht, oder Richtung Westen die ruhigeren Inseln Filicudi und Alicudi. Alles wird kaum gelingen, wenn noch Zeit für eine Wanderung zu einem Vulkan, einem idyllischen Hafenstädtchen oder Badestrand bleiben soll.
Sicherlich wird das Wetter eine grosse Rolle spielen, denn aufgrund des vulkanischen Ursprungs fallen die Küsten schnell tief ab und das Angebot an geschützten Ankerbuchten und Häfen ist übersichtlich. Ist schlechtes Wetter erkennbar ist der zeitige Rückzug in einen sicheren Hafen an der Nordküste Siziliens ratsam.

Navigation
Die Liparischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Einige Buchten sind für einen Ankerstopp zu tief. So sind die Liegeplatzmöglichkeiten eingeschränkt und müssen bei der Törnplanung geplant werden. In einigen Buchten finden sich Bojenfelder. Marinas gibt es auf den Inseln nicht.
Wind & Wetter
In den Sommermonaten schwachwindig bei Temperaturen von teils über 30 Grad, vorwiegend aus NW und W, beeinflusst durch Topographie und Thermik. In der Nebensaison ist das Wetter wechselhafter und es gibt mehr Wind und mehr Niederschlag. Ab Anfang/Mitte Oktober ist die Infrastruktur auf den Inseln eingeschränkt, da viele Gaststätten schließen.
Lipari
Die Hauptinsel
Lipari ist die größte Insel im Archipel und bekannt für Glasexport. Der gleichnamige Hauptort liegt an der Ostküste und ist lebendig und hübsch: kleine Gassen münden auf schöne Plätze auf denen Leben pulsiert. In der weitläufigen nach Osten offenen Bucht befindet sich im Norden die Marina Pignataro mit sicheren Liegeplätzen an Muringleinen sowie mit Strom und Wasser auf dem Steg. Das Stadtzentrum befindet sich etwa einen Kilometer südlich. Dichter an der Altstadt liegt man an einigen Schwimmstegen, wo man aber teils dem Schwell ausgesetzt ist. Alternativ kann man auch südlich des kleinen Fischerhafens Marina Corta vor Anker gehen (nur bei ruhigem Wetter). Der Fischerhafen Marina Corta ist für einheimische Fischer- und Sportboote reserviert.
In Lipari gibt es gute Versorgungsmöglichkeiten.


Lipari, Marina Pignataro

Lipari – Stadt

Lipari – Blick auf Mole
Panarea
Bucht mit Kneipe
Die Insel Panarea liegt auf einem Plateau, das an verschiedenen umliegenden Stellen in Form von Felsen und kleinen Inselchen aus dem Wasser aufragt.
Der Hauptort ist San Pietro an der Ostküste der Insel. An der Mole von Panarea kann man vor eigenem Anker rechtwinklig zur Pier festmachen. Der Platz gewährt aber wenig Schutz bei Wind und Seegang. Bei Nordwind ist es besser, in der östlich vom Kap Milazzese gelegenen Bucht Cala Zimmari zu ankern. Hier gibt es auch ein Restaurant am Strand und zum Zentrum des Ortes sind es ca. 15 Minuten Fußmarsch. Weiter südlich, am Kap Milazzese, wurden Überreste eines Rundhüttendorf aus dem Jahre 1500 v.Chr. ausgegraben.
Achtung: Westlich des Kaps Milazzese liegt die sehr schöne Ankerbucht Cala Junco. In ihrem inneren Teil (hinter der gedachten Linie zwischen beiden Felsnasen) gilt absolutes Befahrens- Ankerverbot. Es gibt weder ein Schild an der Einfahrt noch ein entsprechendes Seezeichen. Wer das Verbot ignoriert, muss mit drastischen Geldstrafen rechnen!
Stromboli
im schatten des Vulkans
Der Vulkan von Stromboli ist ständig aktiv und lässt seinen Druck Tag für Tag ab. Ein Lavastrom ergisst sich am nordwestlichen Hang der Insel ins Meer.
Der Hauptort ist San Vincenzo. Seit einigen Jahren gibt es nördlich des Fährenlegers von Stromboli ein Feld mit einigen Muringleinen, die auf etwa 20 Meter Tiefe verankert sind. Die dicken Tampen mit eingespleißtem Auge hängen an kleinen roten Plastikflaschen, die nachts schwer zu sehen sind. Morgens verlangt der Kassierer 25,- Euro pro Yacht. Vorsicht: Neben dem Feld liegen zeitweise auch Bojen, an denen Fischreusen hängen bzw. welche mit dünnen Muringleinen, an denen die Einheimischen ihre Dingis festmachen. Diese sind unsicher. Der Fähranleger im Süden des Ortes San Vincenzo darf nicht belegt werden.
Generell sollte Strombolinur bei ruhigem Wetter angelaufen werden.


Strombolicchio

Grüner Hang der Insel Stromboli

Bojenfeld vor Stromboli mit Blick auf Strombolicchio
Salina
Unterschätzt aber lohnend
Die Insel Salina hat zwei Erhebungen, oberflächig erloschene Vulkankegel. Unterirdisch sind sie noch aktiv und im Norden bei Malfa treten heisse Dämpfe aus, im Süden bei Rinella Schwefelwasserstoff, mit dem unverwechselbaren Geruch nach faulen Eiern.
Santa Marina Salina ist ein schöner Ort an der Ostküste der Insel Salina mit zwei geschützten Häfen. Im nördlichen Porto Vecchio legen die Fähren an, Yachten machen im südlich daneben liegenden Porto Turistico fest. Liegeplätze an Muringleinen mit Strom und Wasser auf dem Steg, vorbildliche Sanitäranlagen. Wenige Minuten Fußweg zum lebendigen Ortskern.
Alternativ vor dem Hafen vor Anker oder an eine der ausgelegten Moorings.
Rinella im Süden, hat eine kurze Mole, einen kleinen Laden für Grundnahrungsmittel und ein Restaurant.
Vulcanos
Bucht der Dämpfe
Vulcano, die südlichste Insel des Archipels, ist von der nörlich gelegenen Insel Lipari nur durch eine ca. 800m breite Meerenge getrennt. Im Norden hat sie noch einen tätigen Vulkan, der Gran Catere.
Die Ankerplätze westlich und östlich des nördlichen Zipfels Vulcanos bieten Schutz und einen soliden Ankergrund. Bei wenig Wind und nachts kann der Schwefelgeruch des Kraters aber unerträglich sein. In der westlichen Bucht befindet sich ein Restaurant direkt am Ufer.
In Porto di Levante im Osten der Insel gibt es südlich des Fähranlegers eine Schwimmsteganlage mit Mooringleinne, Wasser und Strom. Im nördlichen Teil der Hafenbucht kann man gut vor Anker gehen. Lebendiger Ort mit guter Versorgung.
Filicudi
Die Pittoreske
Filicudi wird von dem kegelförmigen Berg, Monte Fossa Felci geprägt und dem Capo Graziano im Südosten, das wie ein eigenes Inselchen wirkt, mit Filicudi aber über eine Landzunge verbunden ist.
An der Südküste von Filicudi liegt der malerische Ort Pecorini a Mare mit einer großen Mole. Die besten Plätze fürs Schiff findet man an deren Westseite oder am Kopf. Bei Wind aus südlichen Richtungen wird es aber rasch unruhig. Vorsicht: Große eiserne Haken ragen etwa 30 Zentimeter aus dem Molenkopf heraus, dicke Fender verwenden! Im Sommer bringt der im Ort lebende Taucher Nino Terrano 30 Muringbojen in der Nähe aus, für die er pro Nacht je nach Bootsgröße 25,- bis 50,- Euro verlangt. Ein Platz an der Mole dagegen ist kostenlos (Stand 2019).
Porto di Filicudi befindet sich an der Ostseite der Insel, die Mole ist jedoch für Fähren reserviert. In der Nähe der Mole kann man auf gut haltendem Sand bei ca. 5m vor Anker gehen. Ausreichend Manövrierraum für die Fähren lassen.

Sizilien, Marina Capo d'Orlando

Sizilien, Cefalu - eine schöne Stadt

Sizilien, Marina Termini Imerese

Bildrechte: Port of Panarea und Vulcano Island: Simone Antonazzo/ENIT SpA, https://openlib.enit.it/ CC: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Weitere Fotos: CC Markus Glasmacher, Aladar und North Sardinia Sail